Knochenaufbau (Augmentation)
Bei geringem Knochenangebot erfolgt ein Knochenaufbau mit künstlichem oder eigenem Knochenmaterial. Knochenaufbauten dienen der Widerherstellung von verloren gegangenem Knochenvolumen. Häufig tritt nach Zahnextraktionen innerhalb von wenigen Monaten bis Jahren ein massiver Knochenabbau ein. Will man die nach Zahnextraktion entstandene Lücke mit einem Implantat schließen, ist dies oft nicht ohne Knochenaufbau möglich.
Für Knochenaufbauten gibt es verschiedene Verfahren. Man unterscheidet zwischen gleichzeitiger und vorausgehender Augmentation.
Gleichzeitige Augmentation
Die gleichzeitige Implantation und Augmentation kommt bei relativ kleinen Knochendefekten zur Anwendung. Der Aufbau erfolgt meist mit künstlichem Knochenersatzmaterial, welches innerhalb von sechs bis zwölf Monaten von eigenem Knochen durchwachsen wird. Die Verwendung von Knochenersatzmaterial macht die Entnahme von Eigenknochen überflüssig, so dass kein zweites Wundgebiet entsteht.
Vorausgehende Augmentation
Bei größeren Knochendefekten ist eine vorausgehende Augmentation nötig. Dabei kommt körpereigener Knochen zur Anwendung. Dieser wird bevorzugt im Retromolarraum (hinter dem letzten Zahn im Unterkiefer) oder in der Kinn-Region entnommen. Nur bei extrem ausgedehnten Knochendefekten ist eine Knochenentnahme außerhalb des Mundes erforderlich. In diesen Fällen erfolgt die Knochenentnahme meist in der Beckenkamm-Region.
Bei vorausgehender Augmentation kann das Implantat erst sechs Monate später eingesetzt werden. Der Aufbau muss zuerst mit dem Kieferknochen zusammenwachsen. Die Nachteile bei vorausgehender Augmentation sind einerseits die erhöhte Anzahl an operativen Eingriffen. Andererseits ergibt sich durch die Entnahmestelle ein zweites Wundgebiet.



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